Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen erkennen und verstehen
Psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind häufiger, als viele Eltern denken. Studien zeigen, dass etwa jedes fünfte Kind im Laufe seiner Entwicklung psychische Belastungen erlebt, die behandlungsbedürftig sein können.
Manche Symptome wirken zunächst wie „eine Phase“. Doch nicht jede Phase geht von selbst vorbei. Für Eltern ist es oft schwer einzuschätzen, wann Sorgen noch altersgerecht sind – und wann Unterstützung sinnvoll wäre.
Auf dieser Seite findest du einen umfassenden Überblick über häufige psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen, typische Warnsignale, Ursachen und mögliche Schritte.
Was gehört zur normalen Entwicklung – und was nicht?
Kinder durchlaufen emotionale Höhen und Tiefen. Ängste, Wut, Rückzug oder Stimmungsschwankungen gehören grundsätzlich zur Entwicklung dazu.
Wichtig sind drei Fragen:
- Wie intensiv sind die Symptome?
- Wie lange bestehen sie?
- Beeinträchtigen sie den Alltag (Schule, Freundschaften, Familie)?
Wenn Belastungen über Wochen anhalten oder deutlich zunehmen, lohnt sich eine genauere Betrachtung.
Warnsignale, die Eltern ernst nehmen sollten
Bestimmte Veränderungen können Hinweise auf eine psychische Erkrankung sein:
- anhaltende Niedergeschlagenheit oder Reizbarkeit
- sozialer Rückzug
- starke Ängste
- Schlafstörungen
- Leistungsabfall in der Schule
- körperliche Beschwerden ohne organische Ursache
- selbstverletzendes Verhalten
- Suizidgedanken
Nicht jedes einzelne Anzeichen bedeutet automatisch eine Störung. Aber wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, sollte professionelle Unterstützung in Betracht gezogen werden.
Hallo, ich bin ich bin Mareike Winklmann und begleite in meiner psychologischen Online-Praxis Kinder, Jugendliche und Eltern bei emotionalen Belastungen im Alltag.
Dazu gehören unter anderem Depressionen, Ängste, Zwänge, emotionale Überforderung, Rückzug oder starke Gefühlsausbrüche.
Mit diesem Blog möchte ich Eltern Orientierung geben, Verhalten besser verständlich machen und erste hilfreiche Impulse vermitteln.
Häufige psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Im Kindes- und Jugendalter treten bestimmte psychische Störungen besonders häufig auf. Dazu gehören:
Angststörungen
Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Sie äußern sich unter anderem als Trennungsangst, soziale Ängste oder spezifische Phobien. Betroffene Kinder erleben starke Sorgen oder Ängste, die deutlich über altersübliche Unsicherheiten hinausgehen und den Alltag einschränken können.
Depressive Störungen
Depressionen können bereits im Kindesalter auftreten und nehmen im Jugendalter deutlich zu. Typische Anzeichen sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Rückzug, verminderter Antrieb sowie ein negatives Selbstbild. Bei Kindern zeigen sich depressive Symptome oft auch durch Reizbarkeit oder körperliche Beschwerden.
Typische Symptome einer Depression bei Kindern und Jugendlichen wie Antriebslosigkeit, Rückzug oder Reizbarkeit beschreibe ich hier ausführlich:
Zwangsstörungen
Während Ängste und Sorgen zum normalen Aufwachsen dazugehören, nehmen sie manchmal Formen an, die den Alltag starr blockieren. Wenn aus wiederkehrenden Gedanken ein innerer Druck wird und bestimmte Handlungen scheinbar endlos wiederholt werden müssen, spricht man von Zwangsstörungen. Wie sich diese bei Kindern äußern und ab wann Unterstützung wichtig wird, erfährst du hier.
Störungen des Sozialverhaltens
Hierzu zählen anhaltende Verhaltensauffälligkeiten wie häufige Regelverstöße, aggressive Verhaltensweisen oder starke Wutausbrüche. Diese Störungen belasten nicht nur das betroffene Kind, sondern auch Familie, Schule und das soziale Umfeld.
Essstörungen
Essstörungen treten vor allem im Jugendalter auf und umfassen unter anderem Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störungen. Sie gehen häufig mit einem gestörten Körperbild und einem hohen Leidensdruck einher und erfordern eine frühzeitige fachliche Behandlung.
Schulangst bei Kindern und Jugendlichen
Auch Schulangst bei Kindern und Jugendlichen ist kein seltenes Phänomen – viele Kinder und Jugendliche erleben im Laufe ihrer Schulzeit Phasen, in denen der Schulbesuch mit Sorgen oder Angst verbunden ist. Zeigen sich diese Gefühle über längere Zeit, können sie den Alltag stark belasten. Bauchschmerzen am Morgen, Rückzug oder Schulvermeidung sind mögliche Hinweise auf Schulangst. In unserem Artikel erfahren Sie, wie sich Schulangst äußert, welche Ursachen dahinterstehen können und wie Eltern ihr Kind unterstützend begleiten können.
👉 Zum Artikel: Schulangst verstehen und richtig unterstützen
Warum psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen
Der beobachtete Anstieg psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist multifaktoriell bedingt:
- Erhöhter Leistungs- und Erwartungsdruck in Schule und Ausbildung
- Zunehmende Bedeutung digitaler Medien, einschließlich sozialer Vergleiche und Cybermobbing
- Familiäre Belastungsfaktoren wie Trennungen, chronischer Stress oder psychische Erkrankungen der Eltern
- Bewegungsmangel und reduzierte Erholungszeiten, die für die seelische Entwicklung wichtig sind
- Gesellschaftliche Krisen und Unsicherheiten, etwa durch Pandemieerfahrungen oder Zukunftsängste
Diese Faktoren wirken häufig nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig.
Wie können Eltern psychische Erkrankungen erkennen?
Eltern sind wichtige Beobachter der psychischen Entwicklung ihres Kindes. Mögliche Hinweise auf eine psychische Erkrankung können sein:
- Anhaltende Veränderungen der Stimmung oder des Verhaltens
- Sozialer Rückzug oder Verlust von Interessen
- Auffällige Veränderungen im Schlaf- oder Essverhalten
- Deutlicher Leistungsabfall in Schule oder Ausbildung
- Wiederkehrende körperliche Beschwerden ohne organische Ursache
Entscheidend ist weniger ein einzelnes Symptom, sondern die Dauer, Intensität und der Einfluss auf den Alltag des Kindes.
Was können Eltern konkret tun? – Drei zentrale Empfehlungen
1. Beziehung und Kommunikation stärken
Eine stabile, vertrauensvolle Beziehung ist ein zentraler Schutzfaktor. Regelmäßige Gespräche, aktives Zuhören und echtes Interesse an den Gedanken und Gefühlen des Kindes fördern Offenheit und Sicherheit.
2. Verlässliche Strukturen schaffen
Klare Tagesabläufe, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und gemeinsame Familienzeiten unterstützen die psychische Gesundheit und geben Orientierung.
3. Belastungen ernst nehmen und Unterstützung anbieten
Elterliche Aufmerksamkeit und die ernsthafte Wahrnehmung kindlicher Sorgen sind entscheidend. Eltern müssen Probleme nicht allein lösen, sondern dürfen Hilfe aktiv annehmen.
Wann ist professionelle Hilfe notwendig?
Fachliche Unterstützung sollte in Anspruch genommen werden, wenn:
- psychische Symptome über mehrere Wochen anhalten
- das Kind im Alltag deutlich eingeschränkt ist
- es zu starken emotionalen Krisen oder Verhaltensveränderungen kommt
- Äußerungen zu Selbstverletzung oder Hoffnungslosigkeit auftreten
Geeignete Anlaufstellen sind Kinder- und Jugendärzt:innen, Schulpsycholog:innen, Erziehungsberatungsstellen sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen.
Wie ich Kinder und Jugendliche in der Online-Therapie begleite
In meiner Arbeit schaffe ich einen geschützten Raum, in dem Kinder und Jugendliche ihre Gefühle verstehen lernen und neue Bewältigungsstrategien entwickeln können.
Je nach Alter arbeite ich mit:
- Gesprächstherapie
- emotionsfokussierten Methoden
- kreativen Techniken
- ressourcenorientierter Arbeit
- Elternbegleitung
Ziel ist es, das Kind zu stabilisieren, Selbstwirksamkeit aufzubauen und die Familie zu entlasten.
Gerne unterstütze ich euch bei Belastungen und psychischen Störungen 💛
Ich biete online Psychotherapie für Kinder und Jugendliche, flexibel und ohne Wartezeit.
Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind ernst zu nehmen, aber gut behandelbar. Eltern leisten durch Aufmerksamkeit, Verständnis und rechtzeitiges Handeln einen entscheidenden Beitrag zur psychischen Gesundheit ihres Kindes. Frühzeitige Unterstützung kann langfristige Belastungen deutlich reduzieren.
Online-Therapie: digitale Hilfe für psychische Gesundheit
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Online-Therapie funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wie speziell Kinder und Jugendliche von digitalen Angeboten profitieren können.
Ich bin gern für Sie da
Wenn Sie unsicher sind oder einfach einmal sprechen möchten, melden Sie sich gern bei mir.
Sie brauchen keine fertigen Worte und keine klare Diagnose – ein Gefühl, dass Sie Unterstützung möchten, genügt.
In einem kostenlosen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam,
wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann.
Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.
Herzliche Grüße 💛
Mareike Winklmann